DA002: Hass und Gewalt im Netz

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Im Januar 2019 checke ich Abends meine Mails und entdecke eine verdächtige Nachricht in meinem Postfach. Darin werde ich als „Polacken-Fotze“ beschimpft, die man doch besser ins KZ stecken sollte. Das habe ich zum Anlass genommen, mit Menschen über ihre Erfahrungen mit Hass und Gewalt im Netz zu sprechen. Wie geht man damit um, wenn man über 500 Morddrohungen bekommt? Was sagt die aktuelle Forschung über den Effekt von Hate auf unser Denken? Übertreiben wir alle oder ist es viel ernster als gedacht? Und was für Strategien gibt es, um eine bessere Diskussionskultur im Netz zu etablieren? Schwierige Fragen – einige Antworten gibt’s in dieser Folge.

In dieser Episode des Denkangebot Podcasts kommen folgende Gäste zu Wort: Marina Weisband (Projekt Aula), Ricarda Lang (Sprecherin Grüne Jugend), Johanna Uekermann (Stellvertretende Landesvorsitzende SPD Bayern), Helena Schmidt (Dokuprojekt „Lösch Dich“), Ali Can (Autor von „Hotline für besorgte Bürger“, Initiator von #MeTwo), Enno Lenze (Autor von „Fronturlaub“, Museumsdirektor Berlin Bunker), Udo Vetter (Strafverteidiger, Lawblog.de), Ingrid Brodnig (Autorin von „Hass im Netz“ und „Lügen im Netz“), Fabian Wichmann (Exit Deutschland, HassHilft) und Susanne Tannert (Sprecherin von #Ichbinhier).

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Linkliste zu den Quellen:

Episodenbild: Haters by Melissa Segal (CC BY-NC-ND 2.0)

6 Gedanken zu „DA002: Hass und Gewalt im Netz

  1. Hallo Katascha,

    Auch wenn ich den Podcast noch gar nicht fertig gehört habe, muss ich hier mal meine Hochachtung zum Ausdruck bringen, wie viel Zeit und Arbeit von Dir in diese Folge gesteckt wurde und wie Du vielleicht auch gerade dabei bist, Dein eigenes Format zu entwickeln.

    Diese Mischung aus Monolog und kurzen Interviews mit einer großen Zahl von Gästen ist wirklich erfrischend anders, Kompliment.

    HW

  2. Ich kann mich HW nur anschließen. Es ist beeindruckend, wie viele verschiedene und bereichernde Stimmen du in die Sendungen einbeziehst.

    Beste Grüße

  3. Der Hass im Netz ging meiner Erfahrung nach so um 2010 richtig los. Das liegt
    daran, dass in dieser Zeit zum einen immer mehr “normale” Leute Zugang zum Internet bekommen haben und zum anderen viele Personen der Öffentlichkeit (Journalisten, Politiker. Schauspieler, etc.) ihre sozialen Medienpräsenzen aufgebaut haben. Früher war es so dass das Internet nur von Nerds zur Kommunikation benutzt wurde. Da gab es natürlich schon Trolle, aber die Nerds waren halt unter sich und an daran gewohnt. Trolle wurden auf den meisten seriösen Internetforen natürlich geblockt und die meisten Foren waren moderiert, so dass sich dort eine gepflegte Kommunikationskultur entwickeln konnte.
    Bloß auf 4chan war dies nicht so und dort hat sich nicht nur die ganze Meme-Kultur sondern auch die Troll- und Hasskultur entwickelt. Dort wurden insbesondere auch “internet raids” organisiert wo Horden von Trollen sich organisiert haben um unschuldige Opfer im Netz mit Hasskommentaren zu überschütten . Gamergate bspw. wurde ursprünglich auch auf 4chan organisiert. Erst nachdem das web insbesondere durch facebook und smartphones immer einfacher zu benutzen wurde und die Masse von Normalos, die vorher gar keinen Computer hatten und damit auch nicht umgehen konnten, zum ersten Mal Zugang bekam hat sich diese 4chan Kultur auf die sozialen Medien ausgebreitet. Das Problem ist dass das web durch die social media Riesen monopolisiert wurde und die meisten Normalos sich dort aufhalten. Die riesigen social media Netzwerke von facebook, twitter & co werden aber nicht von Menschen moderiert, wohingegen die alte Forenkultur im internet immer moderiert war. So konnten die Trolle frei walten. Die neuen internetuser nun haben nie gelernt, dass es mal so etwas wie eine Netiquette gab. Vor allem ältere Männer verhalten sich nun im Internet wie kleine, ungezogene Bengel, so wie auf 4chan, weil sie zum ersten Mal die Möglichkeit bekommen haben den Personen der Öffentlichkeit direkt ihre Meinung zu sagen. Sie finden das natürlich lustig dann so richtig die Sau rauszulassen, weil es halt auch keine Konsequenzen für sie hat. Der Hass im Internet ist ja nicht nur ein deutsches Problem, sondern global. Deshalb glaube ich nicht, dass es etwas mit der derzeitigen politischen Stimmung zu tun hat.
    Also, meiner Meinung nach begünstigt die Monopolisierung des Netzes durch facebook, youtube, twitter & co diese Hasskultur. Deshalb bin ich für die re-dezentralisierung des Webs in kleinere, von Menschen moderierten Foren, so wie etwa bei mastodon gemacht wird.

  4. Hallo Katascha.

    Vielen Dank für Deinen tollen podcast. Habe bisher nur 2 Folgen gehört, aber ich bin sehr angetan.

    Eine Frage, fehlt bei der Episode “Der Fail NetzDG & Overblocking” etwas? Ich habe das Gefühl, es sollte ein Tweet verlesen werden, der dann aber nicht kommt. Es heißt an der Stelle https://www.denkangebot.org/allgemein/da002-hass-und-gewalt-im-netz/?t=1%3A12%3A16 “Auch dieser Tweet soll in Ordnung sein:” aber es folgt ein O-Ton von Ahmad Mansour.

    Beste Grüße,
    Alex

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